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Demo gegen die BND-Reform: Kurzbericht und Bilder

Unter dem Motto „BND-Gesetz verhindern: Wir wollen keine deutsche NSA!“ haben wir heute gemeinsam mit zahlreichen anderen Bürgerrechtsorganisationen vor dem Reichstagsgebäude gegen die Neuregelung der Überwachungsbefugnisse des deutschen Auslandsgeheimdienstes demonstriert.

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Die Kundgebung richtete sich gegen einen von Bundesregierung und Großer Koalition in den Bundestag eingebrachten Gesetzentwurf, mit dem die bislang rechtswidrigen Spähpraktiken des BND federstreichartig legalisiert werden sollen. Statt die durch Edward Snowden und den NSA-Untersuchungsausschuss aufgedeckte Verwicklung des BND in den globalen Überwachungsapparat der NSA zu beenden, soll der deutsche Auslandsnachrichtendienst künftig ganz offiziell mit ausländischen Diensten gemeinsame Datenbanken betreiben und personenbezogene Daten austauschen dürfen. Weitere Gummiparagraphen sollen dem BND außerdem die Verwendung nahezu beliebiger Suchbegriffe gestatten und die Überwachung von Menschen und Institutionen in den EU-Mitgliedstaaten erlauben. Obendrein soll der Dienst nicht wie bisher 20% der Kapazität einzelner Telekommunikationsleitungen, sondern 100% ganzer Telekommunikationsnetze überwachen dürfen. Zu allem Überfluss soll die parlamentarische Kontrolle zudem weiter zersplittert und damit ineffektiver gemacht werden.

Die Demonstration fand kurz vor einer Anhörung zu dem geplanten Gesetz im Innenausschuss des Deutschen Bundestages statt. Während Opposition, Bürgerrechtsorganisationen, Journalistenverbände und sogar die öffentlich-rechtlichen Medien Sturm gegen die BND-Reform laufen, wollen Bundesregierung und Große Koalition das Gesetz im Schnelldurchlauf durch den Bundestag jagen. Schon zum 1. Januar 2017 sollen die Neuerungen in Kraft treten. Um den Umbau des BND zu einer deutschen NSA zu verhindern, braucht es deshalb weiterhin anhaltenden, lautstarken und breiten Protest.

Deshalb: Erhebt eure Stimmen gegen das neue BND-Gesetz. Informiert euch über die geplanten Änderungen und macht mit bei unserer Telefonaktion. Außerdem könnt ihr weiterhin die Petition gegen die BND-Reform unterzeichnen. Noch ist das Gesetz nicht verabschiedet, noch besteht die Möglichkeit, den Aufbau einer deutschen NSA zu verhindern.

Wir danken allen Anwesenden für ihre Teilnahme. Wer es nicht selbst zur Demo geschafft hat, kann sich hier zumindest nachträglich einen Eindruck verschaffen. Noch mehr Bildmaterial findet ihr auf unserem flickr-Account.

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Demo gegen die BND-Reform

Als späte Reaktion auf den NSA-Skandal sowie die zahlreichen zwischenzeitlich bekannt gewordenen Rechtsverstöße des Bundesnachrichtendienstes (BND) will die Bundesregierung die Befugnisse des deutschen Auslandsgeheimdienstes völlig neu regeln. Die geplante Reform läuft auf eine großzügige Legalisierung und Ausweitung der bislang rechtswidrigen Spähexzesse des BND und seiner Zusammenarbeit mit ausländischen Diensten hinaus. Gleichzeitig soll die parlamentarische Kontrolle deutlich geschwächt werden.

Wie so häufig bei Gesetzen, welche die Sicherheitsbehörden betreffen, soll es nun sehr schnell gehen. Schon vor der parlamentarischen Sommerpause brachte die Bundesregierung einen entsprechenden Gesetzentwurf mit Hilfe der Fraktionen der Großen Koalition in den Bundestag ein. Für den 26. September ist eine Anhörung im Innenausschuss geplant, schon am 1. Januar 2017 soll das Gesetz in Kraft treten. Es bleibt daher nicht mehr viel Zeit, um gegen die Reform zu protestieren.

Dazu bieten wir Euch drei verschiedene Gelegenheiten:

1. Tragt den Protest auf die Straße

Demonstriert gemeinsam mit uns gegen die BND-Reform!

Wann: Montag, 26. September um 12:30 Uhr
Wo: Platz vor dem Eingang zum Reichstagsgebäude

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2. Ruft kostenlos Mitglieder des Bundestages an

Zudem könnt Ihr unser Anruf-Tool nutzen, um Euch kostenlos an die Mitglieder des Bundestags zu wenden und ihnen Eure Einwände und Bedenken darzulegen.

3. Zeichnet die Petition gegen das BND-Gesetz

Außerdem haben wir gemeinsam mit anderen Aktivisten und NGOs eine Online-Petition zur Verhinderung des BND-Gesetzes gestartet.

Mehr Informationen zur BND Reform findet ihr hier
oder in diesen beiden Videos:

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Kurzbericht: Demo gegen die Vorratsdatenspeicherung

Das Gesetz zur Einführung der Vorratsdatenspeicherung wurde heute mit den Stimmen der Großen Koalition im Schnelldurchlauf durch den Bundestag gepeitscht und damit der nächste große Schritt in Richtung Überwachungsstaat getan.

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Unmittelbar vor der entscheidenden Sitzung im Plenum haben wir gemeinsam mit Campact, dem AK Vorrat, Digitalcourage und anderen kreativ und kraftvoll dagegen protestiert. Sprecherinnen und Sprecher der beteiligten Organisationen machten deutlich, dass wir nicht bereit sind, anlasslose Überwachung zu akzeptieren und zu tolerieren. Für den Digitale Gesellschaft e.V. hat unser politischer Referent Volker Tripp eine kurze Rede gehalten, die Ihr hier (.pdf) im Wortlaut nachlesen könnt.

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Die eingeladenen Fraktionsvorsitzenden von SPD und Union hatten leider nicht den Mut, sich dem Protest zu stellen und blieben der Demonstration fern. Trotz der frühen Uhrzeit und trotz Regens fanden sich jedoch zahlreiche Unterstützerinnen und Unterstützer ein, für deren Kommen wir uns ganz herzlich bedanken.

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Schon zweimal wurden Gesetze zur Vorratsdatenspeicherung höchstrichterlich kassiert. Das wird auch bei dem heute verabschiedeten Gesetz der Fall sein. Wir werden uns daher weiter mit allen rechtlichen, technischen und politischen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, gegen die massenhafte anlasslose Speicherung unserer Kommunikationsdaten zur Wehr setzen.

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Mehr Bilder von der Demonstration findet Ihr auf unserem flickr Account.

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Aufruf: Demo gegen die Vorratsdatenspeicherung

Obwohl die Vorratsdatenspeicherung über alle gesellschaftlichen Lager hinweg abgelehnt wird, will die Große Koalition das Vorhaben am Freitag Morgen im Eilverfahren durch den Bundestag drücken und damit den nächsten großen Schritt in Richtung Überwachungsstaat tun.

Dagegen wollen wir unmittelbar vor der entscheidenden Abstimmung im Parlament gemeinsam mit campact, dem AK Vorrat, digitalcourage und weiteren Unterstützern lautstark, kreativ und kraftvoll protestieren. Kommt zahlreich und setzt zusammen mit uns ein deutliches Zeichen gegen die anlasslose Protokollierung unserer elektronischen Kommunikation! Wir freuen uns auf Eure Teilnahme.

Wann: Freitag, 16. Oktober 2015, 8.00 Uhr früh
Wo: Platz vor dem Eingang zum Reichstag

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DigiGes Wochenrückblick – Die neue Folge ist da #dgw002

Wir sind zurück mit der zweiten Folge unseres DigiGes Wochenrückblicks!

Auch diese Woche hat sich auf der netzpolitischen Bühne wieder viel getan, wobei insbesondere die Entscheidung des EuGH zu „Safe Harbor“ für Aufsehen gesorgt hat.
Gebt uns gerne auch Feedback, was Ihr von den Änderungen in dieser zweiten Folge des Podcasts haltet und abonniert unseren Youtube– und Soundcloud-Kanal, um keine Ausgabe zu verpassen.

Bis nächsten Freitag!

Video:

 

 

 

Soundcloud:

 

 

 

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Rückblick: Demo gegen Vorratsspeicherung von Reisedaten

Im Rahmen der Kampagne „Verfolgungsprofile. Kapier das Spiel – WIR sind das Ziel!“ haben wir am vergangenen Samstag gemeinsam mit anderen Gruppen am Flughafen Tegel gegen die geplante EU-weite Vorratsspeicherung von Reisedaten demonstriert. Wie bereits beim ersten Protesttag vor zwei Wochen fanden auch dieses Mal parallele Veranstaltungen an verschiedenen Flughäfen in ganz Deutschland statt.

Nähere Informationen über die Vorratsspeicherung von Reisedaten und künftige Aktionen findet Ihr unter verfolgungsprofile.de

Hier einige Eindrücke von der Demo am Flughafen Tegel, mehr findet Ihr auf flickr.

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Kein Steuergeld für Grundrechtsbruch – Aktion am 27.11. in Berlin!

Kein Steuergeld für Grundrechtsbruch

Datum: Donnerstag 27. November 2014
Zeit: 8:30 Uhr
Ort: Platz der Republik 1, vor dem Reichstag

Statt aus dem NSA-Skandal zu lernen, will der BND insgesamt 300 Millionen Euro für neue Überwachungstechnologien bis zum Jahr 2020 ausgeben. Ein Teil davon soll Ende der Woche vom Bundestag beschlossen werden.

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Die Bundesregierung hat einen Haushaltsplan vorgelegt, in dem eine Erhöhung der sächlichen Verwaltungsausgaben für den BND um rund 56 Millionen Euro auf insgesamt 614,5 Millionen Euro vorgesehen ist. Nähere Angaben über die Verwendung der Gelder finden sich in dem Papier ebenso wenig wie eine Aufstellung der Personalkosten, die nicht in den sächlichen Verwaltungsaufwendungen enthalten sind. Detailliertere Informationen erhält ausschließlich ein im Haushaltsausschuss angesiedeltes Vertrauensgremium. Dessen Mitglieder sind zur strikten Verschwiegenheit über die dort erlangten Erkenntnisse verpflichtet, dürfen sie also weder mit ihren Mitarbeitern noch mit Fraktionskollegen teilen. Dem Plenum, das letztlich den Haushalt 2015 beschließen muss, bleiben daher wesentliche Angaben über die Verwendung der vorgesehenen Gelder vorenthalten.

Jüngsten Medienberichten zufolge überwacht der BND flächendeckend die elektronische Kommunikation in Afghanistan, Somalia und dem Nahen Osten, wertet die Daten am Standort Bad Aibling nach Maßgabe und mit Systemen der NSA aus und leitet die so gewonnen Erkenntnisse an den US-Dienst weiter. Dies verdeutlicht einmal mehr die institutionalisierte Einbindung des BND in das weltweite geheimdienstliche Spähnetzwerk.

Wir appellieren an die Parlamentarier, ihre verfassungsmäßige Gewissensverpflichtung und ihre Verantwortung im Rahmen der Gewaltenteilung ernst zu nehmen. Keinesfalls dürfen sie sehenden Auges eine Pauschalfinanzierung für grundrechtswidriges Handeln einfach durchwinken. Die flächendeckende Überwachung der elektronischen Kommunikation im Ausland verstößt ebenso wie der Einsatz von Spähwerkzeugen der NSA und die Weitergabe der Erkenntnisse an den US-Dienst gegen die Grundrechte auf Telekommunikationsfreiheit und informationelle Selbstbestimmung. Als Teil der deutschen Staatsgewalt ist der BND auch bei seiner Auslandstätigkeit den Grundrechten unterworfen. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Verarbeitung und Auswertung der Daten in Deutschland stattfindet.

Die Mitglieder des Bundestages müssen die Haushaltsdebatte daher zum Anlass nehmen, Befugnisse und Praktiken des BND sowie seine Zusammenarbeit mit der NSA kritisch zu hinterfragen. Nur wenn die Bundesregierung sämtliche Details der Kooperation offenlegt und für das Plenum Transparenz über die Gesamthöhe der BND-Mittel und deren Verwendung herstellt, kann ein sinnvoller Diskurs über das Für und Wider der Finanzierung des Dienstes geführt werden.

Aufruf bei campact.

Demoreport: Geheimdienste runterfahren

Heute haben wir gemeinsam mit Campact, digitalcourage und weiteren Unterstützern gegen die anlasslose Massenüberwachung durch BND, NSA und andere Geheimdienste demonstriert. Ausgestattet mit zahlreichen Schildern, Transparenten und einem eigens mit Radomen und Pappkameras dekorierten Bus zogen wir zunächst vor das Bundeskanzleramt, um dort von der Bundesregierung einige erste Schritte zur Aufarbeitung des größten Überwachungsskandals der Geschichte zu fordern. Neben der Herstellung völliger Transparenz über die Tätigkeit des BND und seiner Zusammenarbeit mit der NSA verlangten wir unter anderem auch, die politisch Verantwortlichen für die uferlose Überwachung aus ihren Ämtern zu entfernen. Vom Kanzleramt aus zogen wir vorbei am Bundestag zum Brandenburger Tor, wo direkt vor der US-Botschaft die Abschlusskundgebung stattfand.

Wir bedanken uns daher bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die sich trotz des Regens gemeinsam mit uns kraftvoll und kreativ für den Schutz der Grundrechte und gegen die Spähexzesse der Nachrichtendienste eingesetzt haben.

Einige Bilder von der Aktion findet Ihr hier sowie auf dieser flickr-Seite.

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Demotipps für den sicheren Umgang mit Handys

Mit der bevorstehenden Freiheit statt Angst (und vermutlich noch vielen weiteren Demos) dachten wir uns, dass es endlich an der Zeit ist, Demotipps für den sicheren Umgang mit Handys und anderen mobilen Geräten zu veröffentlichen.

Seit einigen Jahren erfahren wir immer mehr, zu welchen Mitteln Sicherheitsbehörden greifen, um Kommunikationen von Demonstranten flächendeckend zu überwachen. Gleichzeitig sollte aber das Mithören unserer privaten Telefonate und die Durchsuchung unserer mobilen Geräte nicht ohne Anordnung möglich sein. Und es geht auch nicht nur um Inhalte: Schon die Tatsache, an einer bestimmten Demo teilgenommen zu haben, kann eine erhebliche Aussagekraft haben.

Eine Demo ist natürlich ein historisches Ereignis, das man festhalten möchte. Man will Infos, Fotos und Videos sofort mit Freunden oder auch der ganzen Welt teilen. Daher nehmen wir unsere mobilen Geräte mit und sehen uns dann mit dem Problem konfrontiert, dass wir auf eben jenen Geräten auch eine Menge private Daten gespeichert haben. Wir hoffen, dass wir euch daher mit dieser Anleitung einige Fragen beantworten und euch Tipps geben können, wie man seine Daten am besten sichert und welche Rechte ihr während der Demo habt, sollte es einmal brenzlig werden. Generell gilt natürlich: Seid kreativ, Humor ist stärker als Gewalt!

Niemand und kein Gerät ist jemals 100% sicher, aber es gibt ein paar Dinge, die ihr für die Sicherheit eurer persönlichen Daten tun könnt, bevor ihr auf die Straße geht. Dieser Leitfaden, der an einen Guide der EFF angelehnt ist, gibt euch einige gute Tipps.

Ihr könnt ihn auch direkt als Broschüre herunterladen (pdf).

Vor der Demo

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Mach dir Gedanken darüber, welche Daten sich auf deinem Telefonen befinden. Zwar gibt es einige rechtliche Hürden, ehe jemand dein Handy beschlagnahmen und durchsuchen darf, doch ist es alles andere als sicher, dass euch das im Ernstfall wirklich hilft.

Und auch wenn niemand euer Gerät in die Hände bekommt, drohen durchaus Gefahren für die Privatsphäre. Denn seit 2012 ist bekannt, dass die Polizei flächendeckende Funkzellenabfragen  während Demos durchführt. Bei einer Funkzellenabfrage  werden alle Verbindungsdaten ausgewertet, die in einer bestimmten, räumlich bezeichneten Funkzelle in einem bestimmten Zeitraum angefallen ist. Die Berliner Polizei hat beispielsweise im letzten Jahr auf diese Weise 50 Millionen Verkehrsdatensätze gesammelt. Damit lässt sich quasi ein elektronisches Register anlegen, wer an welcher Demo teilgenommen hat – und zwar auch ohne dass es den geringsten Verdacht gegen die Personen gäbe, die so ins Raster der Behörden geraten. Gegen die Funkzellenabfrage ist leider kaum ein Kraut gewachsen, sofern man das Handy nicht in den Flugzeug-Modus stellen will. Aber was die Inhalte des Handys angeht haben wir eine Reihe von Empfehlungen:

Schütze deine Daten! Wenn du noch irgendwo ein älteres Handy hast, ist es empfehlenswert, dein jetziges vorübergehend zu ersetzen. So kannst du für den Fall der Fälle sicher gehen, dass deine Fotos, dein Adressbuch und  andere Daten sicher zu Hause liegen.

Mach ein Back-up. Eine weitere und einfache Möglichkeit ist es, vor der Demo ein Back-up aller Inhalte, deines Adressbuchs und aller Nachrichten zu machen, um dann dein Gerät komplett löschen zu können. Dieses leere Gerät kannst du dann problemlos mit zur Demo nehmen. Nach der Demo holst du dir einfach alles mit dem Back-up zu Hause zurück. Wenn du allerdings meinst, dass du gar kein Handy brauchst, bringe einfach keins mit.

Sperre dein Handy mit einem Passwort. Der  Passwortschutz kann dein Handy vor physischen Durchsuchungen schützen –  aber vergiss nicht, dass er von Geheimdiensten oder anderen Behörden eventuell umgangen werden kann. Eine Kombination aus Zahlen und Buchstaben ist generell sicherer, denn eine Zahlenkombination lässt sich in wenigen Minuten knacken.

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Benutze verschlüsselte Kommunikationswege. SMS können generell von deinem Anbieter gespeichert und mitgelesen werden –  oder auch mit Hilfe von diversem Überwachungsmaterial, das in der Nähe der Demo aufgestellt wird (Stichwort IMSI-Catcher). Du solltest dich mit deinen Freunden vor der  Demo mit verschiedenen Verschlüsselungstechniken und -diensten vertraut machen, um deine Nachrichten vor fremdem Zugriff zu schützen. Direkte Nachrichten über soziale Netzwerke können beim Senden teilweise verschlüsselt werden. Strafverfolgungsbehörden haben aber die Möglichkeit, mit Hilfe von Anordnungen die Herausgabe der Daten bei den Unternehmen anzufordern.

Eine gute Möglichkeit für den besseren Schutz von Nachrichten ist die sogenannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Mit Apps wie TextSecure (Whisper Systems) kannst du deine SMS und mit ChatSecure (Guardian  Project) dein Instant-Messaging verschlüsseln. Auch die mobile Version von Cryptocat ist ganz gut für verschlüsselte Chats

In Deutschland relativ verbreitet ist außerdem die (kostenpflichtige) App Threema. Leider ist die Software nicht OpenSource, aber sicherlich doch etwas sicherer als offene Kommunikation über Facebook oder SMS.

Wichtig: Ende-zu-Ende-Verschlüsselung schützt nicht deine Metadaten. Mit anderen Worten: Selbst wenn du alles verschlüsselst, können Behörden je nach System evtl. weiterhin sehen, mit wem du wann und wie lange telefonierst oder Nachrichten austauschst.

Auf der Demo

Behalte die Kontrolle über dein Telefon. Es ist empfehlenswert, dein Handy immer bei dir zu tragen und es nur dann einer Person deines Vertrauens in die Hand zu geben, wenn du meinst,  dass dir eine Verhaftung bevorsteht. In jedem Fall solltest du dein Handy so einstellen, dass sich der Bildschirm sehr schnell automatisch sperrt. Übrigens: Es gibt keine rechtliche Verpflichtung, irgendwelchen Beamten seine Passwörter zu verraten. Das sollte man daher auch nicht tun, es sei denn nach Rücksprache mit rechtlichem Beistand.

Mache Bilder und Videos von der Demo. Wir haben alle das Recht darauf, alles aufzunehmen, was sich vor unseren Augen im öffentlichen Raum abspielt. Obwohl die Polizei das nicht so gerne sieht und sich hin und wieder dagegen wehrt, meint das Bundesverfassungsgericht, dass „Dokumentationen von Polizeieinsätzen im  öffentlichen Interesse“ liegen. Lest Euch zur Sicherheit vor der Demo die Infos hier der Gruppe „BürgerInnen beobachten Polizei und Justiz“ auch noch einmal genau durch.

Außerdem könnte man erwägen, Dienste zu nutzen, die das gesammelte Material direkt auf einen Server hochladen. Streamingdienste und sogar soziale Netzwerke sind praktisch, um zu verhindern, dass Beamte sie von den Geräten löschen können.

Nutzt Tor oder VPNs.  Wenn ihr etwas im Netz nachschauen und surfen wollt, könnt ihr dies  anonym über das Tor-Netzwerk tun. Für Android und iOS gibt es beispielsweise Orbot und Orweb. Eine weitere Alternative ist die Nutzung von bezahlten VPN-Diensten (die den Zugriff auf das Internet durch Tunnel ermöglichen), die zwar schneller als das Tor-Netzwerk sind, aber  weniger gut eure Identität schützen.

4web-300x243Schminkt euch!  Es gibt überall Kameras, die alle DemoteilnehmerInnen die ganze Zeit  filmen. Ohne es zu wissen, kann dein Bild also schnell in einer  Datenbank landen. Zum Glück haben schon mehrere Künstler nette Looks entworfen, mit denen man Gesichtserkennungssoftware entgehen kann. Hier ein wenig Inspiration:

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Passt aufeinander auf! Dazu gehört auch, dass man die Privatsphäre aller MitdemonstrantInnen respektiert. Bevor du also Fotos über soziale Medien teilst, solltest du vorher soweit es geht das Einverständnis der Fotografierten einholen oder aber direkt dafür sorgen, dass die Personen nicht erkannt werden können. Mit der App ObscuraCam (Guardian Project) kann man zum Beispiel sehr einfach Gesichter verpixeln.

Hilfe, ich werde verhaftet!

Du hast das Recht zu schweigen – Das betrifft auch Informationen zu deinem Telefon. Bleibe immer ruhig und freundlich. Auf Verlangen sollte man sich zwar mit einem Personalausweis ausweisen und Angaben zur Person machen können – darüber hinaus darf man sich aber gegen jede weitere Mitarbeit sträuben. Du kannst eine Durchsuchung höflich verweigern und erklären, alle weiteren Fragen nicht ohne die Gegenwart eines Anwalts zu beantworten. Wenn ein Polizeibeamter dein Telefon sehen möchte, sag ihm freundlich und bestimmt, dass du einer Durchsuchung deines Geräts nicht zustimmst.  Sollte der Beamte nach deinem Passwort fragen, verweigere die Auskunft und fordere einen Anwalt. Jede Verhaftung verläuft anders und du solltest dich von einen Anwalt beraten lassen, damit du in dieser speziellen Situation Unterstützung bekommst.

15web-300x243Bitte beachte, dass die Polizei dich vielleicht nicht zur Herausgabe deiner Passwörter überreden kann – sie kann aber alles dafür tun, um dich unter Druck zu setzen. Sie können dich zeitweise festhalten, wenn du die Kooperation verweigerst. Du hast aber das Recht, spätestens am folgenden Tag einem Richter vorgeführt zu werden. Einfach wegsperren können sie dich also nicht.

Oft werden bei Demonstrationen auch Nummern von Anwälten, die während der Demo angerufen werden können, verteilt. Zudem steht oft eine „EA-Nummer“ zur Verfügung, die ihr anrufen solltet, wenn ihr seht, dass ein Freund von euch verhaftet wird. Die Leute kümmern sich dann um alles weitere und versuchen, die betroffene Person schnellstmöglich wieder frei zu bekommen.

Die Berliner Strafverteidiger haben außerdem eine Notfall-Hotline: 0172 – 325 55 53. Diese Nr. sollte man sich merken oder einfach auf den Arm oder Hand schreiben und dann im Falle einer Verhaftung verlangen, dass dort angerufen wird (und nicht irgendwo).

Bilder von https://protestos.org und http://cvdazzle.com/

Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA

Basteln für die Freiheit statt Angst 2013

Am Samstag, den 7. September 2013 findet die Freiheit statt Angst 2013 statt:

Und weil man auf so einer Demo nie genug Schilder, Alu-Hüte und anderes Überwachungsmaterial dabei haben kann, laden wir am Dienstag, den 3. September ab 16 Uhr zu einem Demo-Bastelnachmittag in der c-base in Berlin (U8/Jannowitzbrücke).

Also: Packt alles an Pappkartons, alten Zeitungen, Farben, Klopapierrollen, Alufolie, Spraydosen, Eddings, alten Kabeln und Duct Tape zusammen was Ihr findet könnt. Wir werden einige „Blankoschilder“ mitbringen, für die noch gute Motive und Sprüche gesucht werden. Ideen bitte an idee@digitalegesellschaft.de schicken oder einfach twittern!

Für alle die danach noch Lust und Zeit haben, geht der Abend fließend in den 16. Netzpolitischen Abend des Digitale Gesellschaft e.V. über.