Die Digitale Gesellschaft und viele weitere zivilgesellschaftliche Organisationen laden am Dienstag den 23 Juni zu einem Gipfel zur Deregulierungsagenda der EU-Kommission im Digitalbereich ein. Unter dem Titel „Fight for Us, not for Them: A public interest vision for EU tech policy“ diskutieren Expert*innen und politische Entscheidungsträger*innen über den “Digital Omnibus” und mögliche weitere Deregulierungspläne, mit denen gerade grundlegende Schutzmaßnahmen für EU-Bürger*innen gestutzt werden wie z.B. die KI-Verordnung und die Datenschutzgrundverordnung.
Die Veranstaltung findet in Brüssel statt. Parallel dazu organisiert der gemeinnützige Verein Digitale Gesellschaft e.V. ein public viewing in Berlin, bei dem Menschen gemeinsam den Livestream verfolgen und miteinander diskutieren können.
Bei der Veranstaltung wird es unter anderem darum gehen, welche konkreten Auswirkungen die Deregulierung für die Menschen in der EU haben wird, welche gerade unter dem Mantra einer “Vereinfachung” und eines “Bürokratieabbaus” betrieben wird. Außerdem werden Alternativen diskutiert, wie Innovation unter Wahrung von Grundrechten und den Stärken der EU gefördert werden kann. Dafür wird auch ein konkreter Maßnahmenkatalog mit 12 Empfehlungen vorgestellt.
Veranstaltungsdetails
Wann: Dienstag, 23. Juni, Programm ab 14 Uhr
Wo: Brüssel (Anmeldung geschlossen), Berlin (Eintritt frei ohne Anmeldung), online (Livestream)
Berlin: c-base, Rungestraße 20 in Berlin-Mitte, Einlass ab 13:30 Uhr
Livestream per PeerTube: https://fair.tube/w/res8Zscg69HAXs8iT3gZw7 und YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=TioVyfANoIY
Programm: 14-18 Uhr, detaillierte Übersicht hier: https://edri.org/wp-content/uploads/2023/04/Fight-for-Us-Summit-programme.pdf
Die Veranstaltung wird gemeinsam organisiert von: Ada Lovelace Institute, ARTICLE19, BEUC, CDT Europe, Check My Ads, Civil Liberties Union for Europe (Liberties), Corporate Europe Observatory (CEO), Digitale Gesellschaft, European Digital Rights (EDRi), Greenpeace, People vs Big Tech, petites singularites and Stichting Data Bescherming Nederland (SDBN).
Highlights
Der Journalist und Autor Dave Keating wird moderieren. Während der Veranstaltung wird ein zivilgesellschaftlicher Maßnahmenkatalog mit 12 konkreten Empfehlungen für Alternativen zur “Digital Omnibus” Deregulierungsagenda vorgestellt. In mehreren Impulsvorträgen werden renommierte Expert*innen und politische Entscheidungsträger*innen diverse Perspektiven vortragen, darunter der Forscher und Apple Whistleblower Thomas Le Bonniec und der S&D Europaabgeordnete und Co-Berichterstatter zum europäischen KI-Gesetz Brando Benifei.
Ein erstes Panel macht einen Realitätscheck zum aktuellen Stand der europäschen Digitalgesetzgebung und den Plänen der EU-Kommission. Dort diskutieren die Geschäftsführerin bei IT for Change Anita Gurumurthy, Interimsleiterin für den Bereich Digital bei Article 19 Dr. Corinne Cath, Leitender Public Policy Manager bei DuckDuckGo Aurélien Maehl und der Forscher und Apple Whistleblower Thomas Le Bonniec.
Ein zweites Panel fragt welche Weichenstellungen ein gerechtes und erfolgreiches digitales Europa fördern könnten. Dort diskutieren von der EU-Kommission Helena Malikova (DG COMP) und Diana Vlad-Câlcic (DG CONNECT), von Leitmotiv Digital Geschäftsführer Max Schulze und Professorin Alison Harcourt von der Universität Exeter (Zentrum für Europastudien und Zentrum für europäische Rechtswissenschaften).
Wir freuen uns besonders, dass Dr. Shoshana Zuboff als Keynote-Sprecherin an der Veranstaltung teilnehmen wird. Die emeritierte Harvard-Ökonomin ist nicht zuletzt für ihr Buch „Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus“ bekannt.
