Der Digitale Gesellschaft e.V. startet eine weitere Aktion im Rahmen seiner Kampagne gegen das umstrittene Handelsabkommen ACTA. Unter http://acta.digitalegesellschaft.de/ sind die deutschen Abgeordneten im Europaparlament dargestellt und ihre Position zu ACTA visualisiert. Alle Interessierten werden dazu aufgerufen, die 99 Abgeordneten zu kontaktieren und ihre Statements öffentlich zu dokumentieren.

Vorstandsmitglied Markus Beckedahl erklärt:

„ACTA zementiert das veraltete Urheberrecht, das dringend reformiert werden müsste. Statt einem Verwerterrecht brauchen wir Regelungen, die die Position der Kreativen und Nutzer gemeinsam berücksichtigt. Das Europäische Parlament hat die Chance, dieses intransparente und schädliche Abkommen abzulehnen und der Kommission klar zu signalisieren: so geht es nicht.“

Der Digitale Gesellschaft e.V., der sich dem Zweck der politischen Bildung und der Förderung von demokratischer Partizipation verschrieben hat, möchte mit diesem niedrigschwelligen Angebot die Bürger der Bundesrepublik direkte Interaktion mit ihren Europaabgeordneten nahebringen. Auch wenn Brüssel und Straßburg oft weit weg scheinen, ist die EU inzwischen eine der wichtigsten Ebenen der politischen Entscheidungsfindung. Der Digitale Gesellschaft e.V. möchte das Öffentlichkeitsdefizit der Arbeit der EU-Institutionen überbrücken helfen und Bürger und Politik einander näher bringen.

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3 Meinungen zu “Digitale Gesellschaft startet Aktion zu ACTA: Frag deinen EU-Abgeordneten!

  1. Querulator sagt:

    Gute Aktion!

    Auch die Zusammenarbeit mit Campact! halte ich für nützlich. …obwohl: Erst unter 35.000 Unterschriften, ist ein bisschen mau; an eurer Reichweite müsst ihr noch etwas arbeiten.

    Wie wäre es, wenn ihr die jeweiligen Volksvertreter jeweils direkt mit http://www.abgeordnetenwatch.de/abgeordnete-669-0.html verlinkt. Dann hätte man noch eine zusätzliche Öffentlichkeitswirksamkeit.

  2. Quasi-Gamification sagt:

    Transparenz ist der Feind der Miswirtschaft. Bei den bisherigen Organisationen kann ich davon eher wenig erkennen obwohl die Erreichbarkeit auf SmarTVs, Pads, Smartphones, Symbian/J2ME-Phones und normalen Laptops bzw. PCs gigantisch wäre.

    Die Idee ist schon alt und wurde öfter in Foren vorgeschlagen. Aber Abmahnungen und Anrufe bei seinem Arbeitgeber will sich keiner einfangen und die wahren Demokratieprogrammierer kriegen durch desinteressierte Parteien, Gewerkschaften oder Interessengruppen keinen Support. Und es geht nicht um Geld oder gigantische Forschungs-Budgets sondern nur um Schutz.

    Alle Politiker und Verantwortlichen wären in einer App und man sieht ihre Meinungen und Statements zu diversen Dingen und für wie viele Staats-Schulden sie bisher befürwortet, ausgegeben bzw. dafür-gestimmt haben. Bei Bundesliga oder Formel1 sind die Leistungs-Daten oder Bundesliga-Punktestand ja auch kein Geschäftsgeheimnis. Eine Schulden-Outing-App mit Top/Bottom-100 und Aufsteigern/Absteigern usw. würde vielleicht motivieren, bei Ausschreibungen noch transparenter zu werden und quasi-neue Büromöbel im Insolvenzkaufhaus oder Sozial-Möbelkaufhaus (in diesen Kaufhäusern braucht man keine Hartz4-Bescheinigung) zu holen anstatt neu aus Katalogen zu bestellen.

    Man könnte jede Woche von allen Bürgern weltweit eine Frage pro Parlament voten lassen und jede Woche Blogger mit flipcam durch die jeweiligen Parlamente, Länderkammern, Kreistage, Kommunal-Parlamente schicken und abfragen lassen. Natürlich nur dort, wo keine Antwort von sich aus auf der Website erfolgte nachdem die Frage der Woche für z.b. Köln-Porz oder Kreis Pusemuckel-Musterstadthausen verkündet wurde. Die Sprechzeiten und Kontakt-Daten werden auch gesammelt und veröffentlicht.
    Zielfunktion: Wenn man von einem Politiker liest, sollte man zuerst in der App nachsehen und erst als zweites bei Wikipedia. Votesysteme zeigen auf welche Infos relevanter sind und sortieren passend die beliebtesten Infos nach oben.

    Sowas ist schnell programmiert und noch schneller abgemahnt wenn man z.B. versehentlich ein Komma bei den Schuldenmilliarden aus den gescannten PDFs falsch setzt oder vielleicht auch weil man im Impressum scrollen muss.

    vote-not-whom-why-App wäre sowas ähnliches wie Wahlomat. Aber umfassender und als App (Web und gängige Handy-Sorten) bequem zu nutzen. Da kann man sich markieren, merken und voten wen man weshalb nicht bei der nächsten Wahl wählen würde. Dann hat man gegen jeden Politiker die Pro und Contra-Top100-Listen. Die Cleverness liegt in der Aufschlüsselung nach z.b. Leuten die im gleichen Wahlkreis wohnen vs. alle Bundesbürger vs. alle im gleichen Bundesland. Viele wissen vielleicht ja gar nicht, wer den erfolgreichen DSL-Ausbau und die Ebook-Preisbindung geplant und durchgeführt hat. So lange es keine Link-Steuer gibt, sollte man auch entsprechende Belege verlinken und die Redaktionen auffordern, ihre Artikel wie z.B. „Pusemuckel-Musterhausenstadt macht doppelt so viel Schulden. Droht die Insolvenz ?“ dort selber einzutragen. Der erste siegt und mehr als die 2-3 ersten dort eingetragenen Belege wird sich keiner anschauen. Sowas wächst wie manche Wikipedias und wie Staubmäuse. Wenn man es schlau anstellt.

    Das sowas vom ersten Tag an international (dank Selbstübersetzbarkeit) ist, und die Daten bei WikiData (falls das schon existiert) vereinheitlicht gesammelt werden, ist ja wohl klar.
    Man kann dann vergleichen welche deutschen Gemeinden pro Steuerzahler mehr Schulden als z.b. die durchschnittliche griechische Gemeinde hat. Die Idee ist viel älter. Aber das Modewort dafür lautet externe Gamification. Wie bei Autoquartett und Top100 aber mit Schulden und Wirtschaftsdaten.

    Technisch ultra-trivial. Aber man will ja seine Dr.Stelle oder Auftraggeber nicht verlieren und beispielsweise tausendseitige Nutzungsbedingungen für Statistik-Amt-Daten in allen europäischen Sprachen lesen und verstehen müssen.
    Und Diktatoren mögen es nicht, wenn man ihre Schulden, Arbeitslosigkeit, Armut, Lohnverteilung,… beispielsweise mit denen von Nachbardiktatoren beispielsweise anderer Religionen oder Religions-Richtungen oder politischer Ausrichtungen vergleicht so das Repressionen nicht unwahrscheinlich sind. „Wir glauben Gauss“ zur Wahl war ja auch technisch „nerdmäßig“ und trotzdem wirksam.
    Amerikaner dürfen sowas vermutlich programmieren und kommen hoffentlich irgendwann mal von selber drauf. In repressiven Ländern gilt das wohl eher nicht.

    Quasi-Gamification zwischen Bundesländern ist erfolgreich wie man an den Folgen durch PISA sehen kann.

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