Von Patty, Mitglied der Digitalen Gessellschaft
Der Abschied von Windows 10 rückt immer näher. Offiziell endet der Support zwar erst im Oktober 2026, doch viele Diskussionen drehen sich bereits darum, wie lange das System darüber hinaus noch sinnvoll genutzt werden kann – und ob 2026 endgültig Schluss sein wird. Für viele Nutzerinnen und Nutzer bedeutet das nicht nur ein technisches Update, sondern auch eine grundsätzliche Entscheidung: Bleibt man im gewohnten Ökosystem großer Tech-Konzerne oder sucht man nach Alternativen?
Ein wichtiger Impuls für diese Debatte kam vom Chaos Communication Congress, genauer gesagt vom 39. Kongress (39C3). Dort stellten Marc-Uwe Kling und Linus Neumann die Idee des sogenannten Digital Independence Day (DiDay) vor. Dahinter steckt die Vision, sich schrittweise aus der Abhängigkeit von großen Plattformen und proprietärer Software zu lösen und stattdessen stärker auf freie, nachhaltige und selbstbestimmte digitale Infrastrukturen zu setzen.
Diese Idee hat schnell Kreise gezogen. In vielen Städten Deutschlands haben sich Menschen zusammengefunden, die den Wunsch nach mehr digitaler Selbstbestimmung teilen. Sie organisieren Workshops, tauschen Wissen aus und unterstützen sich gegenseitig dabei, Alternativen zu gängigen Big-Tech-Angeboten zu finden – etwa durch den Umstieg auf freie Betriebssysteme oder datenschutzfreundliche Dienste.
Dabei spielen nicht nur Fragen der Privatsphäre oder Kontrolle eine Rolle. Auch ökologische Aspekte rücken zunehmend in den Fokus. Die Kampagne End of 10 hat bereits 2025 gezeigt, dass ein bewusster Umgang mit Hard- und Software Ressourcen schonen kann – etwa indem ältere Geräte länger genutzt werden, statt sie wegen neuer Systemanforderungen auszutauschen.

Besonders in Berlin zeigt sich, wie vielfältig diese Bewegung geworden ist. Einzelpersonen, Initiativen, Vereine und lose Gruppen haben sich vernetzt und koordinieren ihre Aktivitäten. Ihr Ziel ist es, Interessierten den Einstieg zu erleichtern – sei es durch praktische Hilfe beim Umstieg, verständliche Erklärungen oder einfach durch den Austausch mit Gleichgesinnten. So entsteht Schritt für Schritt eine lebendige Community, die digitale Unabhängigkeit nicht nur fordert, sondern konkret umsetzt.
So finden ab dem 07. 05. 2026 auf der c-base, der abgestützten Raumstation, noch zwei mal hintereinander der Di.day in Kooperation mit dem VOEBB , Topio, dem Kleindatenverein und Anoxinon statt, die in die richtige, selbstbestimmte Richtung fliegen.
Auch auf dem 31. Berliner Umweltfestival am gleichen Tag werden viele der oben genannten Gruppen mit Infoständen und weiteren Materialien vertreten sein.
Auch die beiden Hackspaces CCCB und der xhain hack+makespace sind im Berliner Bündnis vertreten und machen mit.
Als nun ran an die Stecker und neu stecken – Kabelsalat ist gesund und dazu selbstbestimmt!
Mehr Informationen zum Di.day und Termine in ganz Deutschland: https://diday.org
(Illustration von Florian Biege)
