Kein Bundesland erreicht über 50% der möglichen Punkte

Der deutsche Verein Digitale Gesellschaft e. V., der österreichische Verein Freie Netze. Freies Wissen. und der Schweizer Verein Digitale Allmend haben das Projekt eines Digitalen Offenheitsindex (Digital Openness Index, do:index) initiiert, um den Beitrag öffentlicher Körperschaften zu digitalen Gemeingütern (wie Daten, Informationen, Wissen, Infrastruktur) sicht- und vergleichbar zu machen. Auf Basis einer in Teilbereiche gegliederten und öffentlich diskutierten Indikatorenmatrix wurden Daten von ausgewählten Gebietskörperschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz erhoben. Finanziert wurde das Projekt im Rahmen des Netidee-Wettbewerbs der Internet Privatstiftung Austria sowie von Wikimedia Deutschland.

Im Rahmen der re:publica-Konferenz hat das Team um Leonhard Dobusch, Juniorprofessor für Organisationstheorie an der FU Berlin, jetzt erste Ergebnisse auf Länderebene in Form einer Public Beta präsentiert. „Im Ländervergleich der verschiedenen Bereiche digitaler Offenheit werden Stärken und Schwächen sehr gut sichtbar,“ erklärt Dobusch: „Während zum Beispiel im Bereich von Open Data Rheinland-Pfalz und Hamburg Vorreiter sind, führen Bayern und Baden-Württemberg das Teilranking zu Open Source Software an.“

Ganz allgemein zeige der Index aber, dass es noch großen Handlungsbedarf hinsichtlich digitaler Offenheit in Deutschland gebe. „Selbst jene Bundesländer mit den meisten Aktivitäten für mehr digitale Offenheit bleiben noch unter 50% der erreichbaren Punktezahl,“ so Dobusch, der betont, dass das trotz eher wohlwollender Beurteilung im Zuge der Erhebung der Fall sei. „Wir wollen mit dem Digitale Offenheitsindex den Verantwortlichen in Politik und Verwaltung Hilfestellung bei der Identifizierung ungenutzter Potentiale für mehr digitale Offenheit geben.“

Konkret gliedert sich der Digitale Offenheitsindex in fünf Teilbereiche, die jeweils auch getrennt ausgewertet wurden und deren Gewichtung auf der Webseite dynamisch geändert werden kann:

  • Open Data: Wie umfassend und aktuelle sind öffentliche Datenbestände in offenen Formaten digital zugänglich?
  • Open Education: Welche Aktivitäten gibt es zur Förderung der Erstellung und nutzung von offenen Lehr- und Lernmitteln (Open Educational Ressoures, OER)?
  • Open Infrastructure: Welche Einrichtungen (z.B. Koordinationsstellen) und technologische Infrastrukturen (z.B. offene WLAN-Netze, öffentlicher Webspace) gibt es im Bereich digitaler Offenheit?
  • Open Policies: Welche Regeln und Förderprogramme zur Unterstützung digitaler Offenheit und Transparenz gibt es?
  • Open Source Software: In welchen öffentlichen Bereichen wird Freie und Open-Source-Software eingesetzt?

Die nächsten geplanten Schritte sind die Aufbereitung und Präsentation der Daten auf kommunaler Ebene – konkret wurden 46 Städte in Deutschland, Österreich und der Schweiz erfasst – sowie die Veröffentlichung eines Softwaretools zur Selbsteinstufung nicht gelisteter Kommunen. Unmittelbar nach Abschluss der Public-Beta-Phase werden auch die Rohdaten der Erhebung frei zugänglich gemacht werden.

Links:
http://beta.do-index.org

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