Neue Finanzierungsmodelle zwischen Copyright und Commons

Konferenzankündigung zum Urheberrecht: Neue Finanzierungsmodelle zwischen Copyright und Commons am 07. Mai in Berlin

Ansgar Heveling, Sven Regener, 51 Tatort-Autoren, 100 Handelsblatt-Köpfe und noch ein paar andere haben in den vergangen Wochen laut Krtitik geübt an verschiedenen Versuchen, ein zeitgemäßes Urheberrecht zu entwickeln. Ein beliebter Vorwurf: Nehmt den Kreativen doch nicht den einzigen Strohhalm, den sie haben für ihren Lebensunterhalt!
Wir wollen was ganz anderes. Unter anderem den Urhebern etwas geben. Zum Beispiel neue Vergütungsmodelle. Nicht nur einen Strohhalm, sondern einen ganzen Strauß an neuen Vergütungsideen wollen wir vorstellen und diskutieren. Nicht zuletzt mit Urhebern.

Deshalb unterstützen wir (auch mit eigenem Input) gemeinsam mit der AG Dokumentarfilm, dem Chaos Computer Club und der Bundestagsfraktion die LINKE die Konferenz

Neue Finanzierungsmodelle zwischen Copyright & Commons

der European United Left/Nordic Green Left (GUE/NGL)

am 07. Mai von 10:30 bis 20:00 Uhr

im Berliner Pfefferberg (Haus 13, Schönhauser Allee 176, 10119 Berlin (U2 Senefelder Platz).

Geplanter Ablauf der Konferenz:

10.30 Uhr Begrüßung
Dr. Lothar Bisky, MdEP, GUE/NGL

11.00 – 12.30 Uhr Neue Vergütungsmodelle
Tauschlizenz
Nicht-kommerzielles Filesharing könnte gegen Zahlung einer Pauschalabgabe an Verwertungsgesellschaften legalisiert werden. Ein Vorschlag, vorgestellt von Dr. Volker Grassmuck, Kulturwissenschaftler, Berlin.
Kulturwertmark
Der Chaos Computer Club hat als neues Vergütungsmodell für Kreativschaffende die „Kulturwertmark“ ins Gespräch gebracht. Nutzer weisen Spendenbeträge individuell an Werke zu, die im Gegenzug „frei“ zur Verfügung gestellt werden. Ein Entwurf, vorgestellt von Frank Rieger, Chaos Computer Club.
Haushaltsabgabe/AG-DOK-Modell
Die AG Dokumentarfilm schlägt vor, einen Teil der mit der geplanten Haushaltsabgabe zu erwartenden Mehreinnahmen für die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten umzuverteilen. Mit dem Geld sollen Inhalte produziert werden, die für einen begrenzten Zeitraum „frei“ im Netz zur Verfügung gestellt werden. Ein Konzept, vorgestellt von Cay Wesnigk, Produzent und Filmemacher, AG DOK.
Europäische Content-Flatrate
Der Ausschuss für Kultur und Bildung des Europäischen Parlaments hat ein Gutachten in Auftrag gegeben, das eine kommerzielle Tauschlizenz vorschlägt, die in Kooperation mit den Internet-Providern angeboten werden soll. Gegen einen Aufpreis auf den Anschluss sollen Kunden ihre Musikdateien mit einem Kreis von bis zu fünfzig „Freunden“ teilen können. Ein Modell, vorgestellt von Heiko Hilker, Büro Lothar Bisky, GUE/NGL.

12.30-13.30 Uhr Mittagspause

13.30-15.30 Uhr Kommentierungsrunde mit Urhebern und Nutzern
Moderiert von Dr. Petra Sitte, MdB

Was halten Urheber und Nutzer von den vorgestellten Modellen? Was ist unklar, was muss konkreter ausgearbeitet werden? Was ist begrüßenswert, was ist kritisch zu betrachten? Welche Besonderheiten bestehen in den unterschiedlichen Branchen der Kreativwirtschaft und in unterschiedlichen Nutzungszusammenhängen? Urheber und Nutzer reagieren mit kurzen Input-Statements auf die vorgestellten Konzepte.

mit:
Jan Engelmann, Wikimedia Deutschland
Thomas Frickel, Filmregisseur
Andrea Goetzke, all2gethernow
Dr. Astrid Herbold, freie Autorin und Journalistin
Alban Nikolai Herbst, Schriftsteller
Peter Klöss, Literaturübersetzer, Mitglied Honorarkommission VdÜ
Falk Lüke, Digitale Gesellschaft e.V.
Wolfgang Michal, freier Journalist, Vorstand freischreiber
Meik Michalke, OpenMusicContest.org

15.30-16.00 Uhr Kaffeepause

16.00 -17.30 Uhr Juristische, ökonomische und politische Bewertung
Moderiert von Herbert Behrens, MdB

Wie steht es um die rechtliche Umsetzbarkeit der vorgestellten Modelle? Was ist aus ökonomischer Sicht dazu zu sagen? Und wie sind die Konzepte, die jetzt im Raum stehen, politisch zu bewerten? Wie steht es um den Interessenausgleich zwischen Urhebern und Nutzern? Brauchen wir in der digitalen Welt weiterhin Verwerter?

mit:

Dr. Luc Jochimsen, MdB, Kulturpolitische Sprecherin der LINKEN im Bundestag
Dr. Till Kreutzer, iRights.info
Marcel Weiß, neunetz.com

17.30 Uhr Zusammenfassung und Schlusswort
Kathrin Senger-Schäfer, MdB, Medienpolitische Sprecherin

ab 18.00 Uhr Get together

Voranmeldungen bitte über veranstaltung@linksfraktion.de, Betreff: Kreatives Schaffen (ihr kommt auch ohne rein, eine Anmeldung erleichtert aber die Orga vor Ort)

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  1. Culture flat rates are a horrible idea at Alper.nl - 17. April 2012

    […] thinking it over a bit more and reading more misguided German business model ideas for creative production, I think the next three requirements could be used to make a culture flat […]

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